Widad Nabis Gedichte handeln von der unergründlichen Liebe, dem Zurückblicken auf die Vergangenheit, dem Suchen nach dem Zuhause.
Offen feministisch gibt die Lyrikerin einen Einblick in ihre Identität als Frau und Mutter. Gewohnt persönlich und nahbar verarbeitet sie in ihren Gedichten auch ihre Erfahrungen mit Krankheit und Leid.
Die Kontaktaufnahme mit anderen Kulturen und Sprachen, welche Widad Nabis Werke auszeichnet, wird ausgedrückt durch den Versuch eines literarischen Dialoges mit den bedeutendsten Dichtern und Autoren der Literaturgeschichte, wie Paul Celan und Ingeborg Bachmann. Literatur und Sprache als Mittel der Grenzüberschreitung ist eines der Kernmerkmale ihrer Arbeit.
Leseprobe:
Neues Wörterbuch
Exil ist
ein Museum der Tränen
immergrüne Bäume
Erinnerungen, Gelächter
das Lachen alter Gefährten
das Zuhause
der Salzgehalt im Bauch des Meeres
Liebe
Gebeine von Liebenden
aufbewahrt in einem Essigglas
das Vergessen.

Das verlorene Halsband der Taube
Der Kaffee zähmt mich
Die standhafte Turmuhr und der rastlose Vogel
Lulu
Arabische Buchstaben حروفي
Cold War, Hot Autumn
Oh wie schön ist Fliegen
flash back فلاش باك
Kairo 678
Jung getan, alt gewohnt
Ana, Hia wal uchrayat
Syrisches Kochbuch
Liebesgeschichten قصص حب
Keiner betete an ihren Gräbern
Das gefrässige Buchmonster
Al-Ischtiaq ila al-Jarah الاشتياق الى الجارة
Durch die Liebe werden wir nicht vernünftig
Wenn der Krieg ein Theaterstück wäre 

